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"Abends wenn ich nach Hause komme, wird sofort der Kühlschrank geöffnet und wenn ich all´ die Köstlichkeiten sehe, dann kann ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich esse alles was ich finden kann. Es ist so, als hätte ich die komplette Kontrolle verloren. Was ist bloß mit mir los?“ A. (Kursteilnehmerin)

 

Auch Michael geht es ähnlich:

Michael (Name geändert) war bei einem meiner Workshops und erzählte, dass er während des Tages kaum Zeit zum Essen habe. Er habe keine fixen Arbeitszeiten,  manchmal arbeite er im Schichtbetrieb und da bliebe keine Zeit um in Ruhe zu essen. Oftmals, so erzählt er, würde es so stressig sein, dass er unter Tags wenig esse, was ihn aber gar nicht störe – er würde auch nicht daran denken. Am Heimweg würde er sich dann schon überlegen, was er sich für sein Abendessen kaufen wolle. Da seien dann 4 Packungen Mannerschnitten und zwei Leberkäsesemmeln keine Seltenheit, berichtet er.

 

Auch Silvia (Name geändert), eine Teilnehmerin aus meinem Kurs „Essverhalten verstehen und managen“ kennt diese Situation.

Mehrmals hat sie beschrieben, dass sie das gemeinsame Abendessen mit ihrem Mann sehr genieße. Doch dann erzählte sie, dachte sie unentwegt an die Süßigkeiten, die sie in der Vorratskammer „versteckt“ hatte. Da das Verlangen nach einem Kinderriegel immer stärker wurde, führte kein Weg an der Vorratskammer vorbei. Noch in der Speisekammer wurde ein Kinderriegel nach dem anderen „verputzt“. Ihr Mann, so erzählt sie, hätte von den „Kinderriegelattacken“ nichts mitbekommen. Silvia fühlte sich nun schlecht und verurteilte sich selbst dafür, dass sie anstatt eines Riegels die gesamte Packung aufgegessen hatte.

 

on unsplash by Brooke lark

Bei unseren letzten Treffen berichtete Silvia stolz, dass sie zwar noch immer Kinderriegel isst, jedoch deutlich weniger und wenn, dann mit Genuss. Und sollten sie Heißhungerattacken überfallen, dass weiß sie, wie Sie damit umgehen kann. Und heute möchte ich dir erzählen, welche tolle Coaching-Technik ihr dabei geholfen hat, ihre Heißhunger-Attacken in den Griff zu bekommen.

Es gibt sehr viele verschiedene Gründe für Heißhunger. Dieses Thema verdient einen eigenen Beitrag, weshalb ich hier nur drei grundlegende „Varianten“ ansprechen möchte. Daneben gibt es Heißhunger, der beispielsweise durch Hormone oder diverse Erkrankungen wie Bulimie ausgelöst wird. Im Allgemeinen unterscheide ich zwischen physischem und emotionalem Heißhunger sowie Gewohnheitshunger.

 

on unsplash by Ella Ollson 

PHYSISCHER HEIßHUNGER

Der physische Heißhunger ist der typische Heißhunger. Er ist gekennzeichnet durch einen unglaublich hohen Drang nach etwas Süßem, Salzigem oder Fettem. Dieser Heißhunger weist dich darauf hin, dass dein Körper nicht die Nährstoffe bekommen hat, die er benötigt. Michaels Ernährungsverhalten (wie oben beschrieben) ist klassisch dafür. Baustoffe und Vitalstoffe (Vitamine, Spurenelemente, etc.) braucht unser Körper unbedingt, sie können jedoch nicht gespeichert werden. Bekommt dein Körper diese Nährstoffe nicht, löst er folgendes Signal aus: „ESSEN! SCHNELL!“ und das verspürst du dann in Form von Heißhunger.

So bekommst du deinen Heißhunger in den Griff:

Achte darauf, dass du genug Nährstoffe zu dir nimmst. Hierzu lies dir am Besten meinen Beitrag XY durch und wende dich ggf. an DiätologInnen oder ErnährungswissenschaftlerInnen – sie unterstützen dich gerne.

 

on unsplash by nrd

GEWOHNHEITSGUSTO

Angenommen, du hast gegessen und nach dem Essen verspürst du ein unglaubliches Verlangen nach etwas Süßem. Hier kann die Ursache pure Gewohnheit sein. Der Russische Forscher Pawlow hat sehr viel zum Thema Gewohnheiten geforscht. Sehr bekannt sind seine Versuche mit Hunden. Pawlow hat beispielsweise jedes Mal bevor er den Hund gefüttert hat, mit einer Glocke geläutet. Schon kurze Zeit später wusste der Hund, dass es etwas zu essen gibt, wenn die Glocke läutet. Die Folge war, dass der Hund schon alleine beim Ertönen der Glocke Speichelfluss hatte. Das nennt man klassische Konditionierung. Das kann bei uns Menschen ebenso geschehen. Isst du nach dem Essen immer etwas Süßes, ist dein Körper darauf programmiert und verlangt in Form von sehr starkem Gusto nach deinem Dessert.

Isst du ganz automatisch nach dem Essen etwas Süßes? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass auch du deinen Körper auf eine Dosis Zucker konditioniert hast.

So bekommst du deinen Heißhunger in den Griff:

Um den „Gewohnheitsgusto“ in den Griff zu bekommen, musst du dein bisheriges Verhalten auflösen. Dazu verlängere das Zeitintervall bis du etwas Süßes holst. Warte nach dem essen ca. 10 – 20  Minuten ab und wenn du dann noch immer etwas Süßes willst, dann hol´ dir etwas. Lenk dich während dieser 20 Minuten ab und mach etwas, das du genießt oder gerne tust. Falls das Verlangen zu stark ist, dann folge der unten beschriebenen Übung.

 

on unsplash by sheelah brennan

Echter EMOTIONALER HEIßHUNGER

Vielleicht hattest du einen sehr stressigen Tag. Einen Tag, an dem viel schief gelaufen ist? Du wurdest gekränkt oder vielleicht ist ein Projekt nicht so verlaufen, wie du es wolltest? Du hattest ein Konfliktgespräch oder es gab Probleme mit KundInnen, KollegInnen oder deiner Führungskraft? Dein Alltag war allgemein sehr stressig und nun bist du erschöpft? Beantwortest du eine dieser Fragen mit „Ja“ oder dir fällt ein ähnliches Szenario ein, dann klingt das eindeutig nach emotionalem Heißhunger.

Und so bekommst du diesen Typ Heißhunger in den Griff:

Lies dir diesen Text zuerst durch und dann schließe deine Augen und mach die Übung wenn du Zeit und Ruhe hast. Stell´ dir mal eine für dich typische Situation vor, in der du in den letzten paar Tagen so einen Heißhungeranfall hattest. Lass´ die Situation wie eine Filmszene vor deinem geistigen Auge ablaufen. Versuch´ dich daran zu erinnern wann genau du Heißhunger verspürt hast und erinnere dich daran wann du dir deine ersehnte Süßigkeit (Graving food) geholt und gegessen hast. Beobachte mal die Zeit zwischen dem Entstehen des starken Verlangens (Graving) und dem essen deines Graving-Lebensmittels. Wie viel Zeit lag dazwischen? Waren es 10 Minuten? 5 Minuten? Wohl eher nicht oder? Sehr wahrscheinlich ist, dass nur wenige Sekunden oder wenige Minuten dazwischen lagen. Man nennt das Impulshandlung. Du verspürst das Verlangen und gehst dem entweder sofort und fast unmittelbar dem Impuls nach. Du holst dir etwas. Emotionaler Heißhunger entsteht immer auf Grundlage eines Impulses. Meistens gehen wir dem Impuls, ohne weiter darüber nachzudenken, nach. Dazu später mehr.

Erwecke das Surfer-Girl in dir und spring in die Welle 

Stell dir vor, du machst einen Spaziergang am Strand, das Wasser fließt sanft auf den Strand hinaus und wieder zurück in den Ozean. Das Wasser umspült deine Füße und du spürst das kühle, sanfte Nass auf deinen Füßen. Ein warmes Lüftchen weht und du merkst, wie der Wind von Minute zu Minute stärker wird. Mit der Stärke des Windes beginnt auch das Wasser, das du auf deinen Füßen spürst, unruhiger zu werden. Du kannst sogar die Energie der Wellen hören, wenn sie auf den Strand treffen. Du kannst beobachten, wie die Wellen im Meer höher werden, sich aufbäumen und durch die Kraft des Soges ein Strudel unter der Welle entsteht. Am Strand bist du sicher, hast einen festen Boden unter den Füßen und die Kraft der brausenden Wellen machen dir nichts aus.

 

on unsplash by simon english

Szenenwechsel: Diesmal bist du nicht am Strand, sondern im Wasser. Du schwimmst in Strandnähe und das Meer wird unruhiger. Die Wellen werden höher und du merkst, wie das Wasser zunehmend über deinen Kopf schwappt. Du spürst die zunehmende Kraft des Wassers. Würdest du in das Zentrum einer Welle geraten, würde sie dich mitreißen. Sie ist so stark, dass du nichts dagegen ausrichten kannst, du hast keinen Halt, keinen Griff, bist der Welle ausgeliefert. Das macht Angst und erzeugt Unsicherheit...

Was wäre, wenn ich dich mit folgender Fähigkeit ausstatte: Du bekommst ein Surfbrett von mir. Ein tolles, starkes Brett. Es ist ein magisches Brett. Auch wenn du noch nie auf einem Surfbrett gestanden bist, auf diesem hier kannst du stehen. Du verwandelst dich in ein Surfer-Girl, das locker und lässig auf diesem Brett steht. Die brausende Welle ist unter deinem Brett und du stehst mit beiden Beinen fest darauf. Diesmal nutzt du die Kraft der Welle um an den Strand zu surfen. Sie trägt dich. Es ist vorbei, die Welle reißt dich nicht mehr mit, DU nutzt die Kraft der Welle um auf ihr zu reiten. Schlussendlich kommst du sicher am Strand an.

on unsplash by Jeremy bishop

 

Möglicherweise dauert es ein paar Minuten und vielleicht hast du hast ein paar Wasserspritzer abbekommen, aber das war´s auch schon. Nun kannst du stolz auf dich sein.

Und genau dieses Bild wirst du dir für deine nächste Heißhunger-Attacke mitnehmen. Diese Technik aus der Achtsamkeitsforschung nennt sich „Urge surfing“ und kommt ursprünglich aus dem Suchtbereich. Sie wurde von den beiden Therapeuten Marlatt und Gordon (1985) geprägt.

Hinter dem Ansatz steckt die Hypothese, dass das starke Verlangen (das Graving) in bestimmten Situationen von Triggern ausgelöst werden, wobei das Graving nach kurzer Zeit wieder abklingt (Brewer et al., 2019). Diese Hypothese wird durch aktuelle neurophysiologische Forschungsarbeiten unterstützt. Neuere Arbeiten gehen davon aus, dass es sich beim Graving um ein konditioniertes Verhalten handelt – so wie bei dem Hund von Pawlow. Der Unterschied ist, dass wir statt der Glocke andere Auslösereize haben, wie zum Beispiel Emotionen. Oftmals sind uns diese aber gar nicht bewusst, es sind unbewusste Triggerreize. Durch das Umlenken der Aufmerksamkeit auf die aktuelle Erfahrung, also auf das Graving, ist es möglich, diese automatisierten Handlungen aufzulösen und den Autopiloten abzustellen.

 

on unsplash by chris osmond

Ziel dieser mentalen Technik ist es also, die Graving-Welle (dieses aufkommende Gefühl des Verlangens) bewusst auszuhalten, also quasi auf der Welle zu surfen. Meist verschwindet das Verlangen nämlich schon nach ein paar wenigen Minuten. Schaffst du es, diese wenigen Minuten zu überbrücken, ist das Verlangen in der Regel vorbei. Am Besten du probierst es einfach einmal aus. Ich selbst habe sehr positive Erfahrungen mit der Übung gemacht und auch meine Coaching-KlientInnen und KursteilnehmerInnen sind davon begeistert.

 

Gehe folgendermaßen vor:

  • Sobald du bemerkst, wie das Verlangen hochkommt, atme tief durch und hole dir dein imaginäres Surfbrett hervor (deine Sicherheit, dein Anker)
  • Während du weiterhin bewusst atmest, stellst du dir vor, wie du auf der Welle reitest (=aushalten)
  • Bei starkem Verlangen: Wird das aufkommende Gefühl zu stark, (das Brett wackelig) lenke deine Aufmerksamkeit bewusst auf deine Atmung.
  • Bei sehr starkem Verlangen: Wir das aufkommende Gefühl noch stärker, lenke dich ggf. ab in dem du dich auf einen deiner Sinne konzentrierst: Was kannst du im Raum sehen, was kannst du hören, riechen oder fühlen? Nimm eventuell einen Igelball oder einen anderen Gegenstand in die Hand und konzentriere dich nur auf das was du wahrnehmen kannst.
  • Lässt das starke Verlangen nach, lenke deine Aufmerksamkeit wieder bewusst auf das Verlangen und stell dir vor, wie du auf der Welle weiter surfst.
  • Nach wenigen Minuten wirst du merken, dass das Verlangen weg ist. Danach kannst du bewusst entscheiden: Willst du noch immer etwas Süßes? Oder doch eher nicht?

 

Herzlichen Glückwunsch – du bist nun ein Wellenreiter!

 

Tipp: Übe die Technik am Besten zuerst an kleinen Dingen. Versuch zuerst auf kleinen Wellen zu reiten. Ein untrainierter Surfer wagt sich auch nicht gleich an die Monsterwelle. Wenn es funktioniert, dann freu dich. Wenn nicht, dann war es eine Übungseinheit – sei stolz, dass du geübt hast. Das nächste Mal geht es vielleicht schon etwas besser.

 

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Publiziert in Blog

In allen möglichen Medien werden dir bestimmte Lebensmittel als besonders gut empfohlen und die meisten Menschen laufen los um diese zu kaufen – weil sie „gesund“ sein sollen. Besonders deutlich wird dieses Phänomen bei den sogenannten „Superfoods“. Viele Menschen haben sich in der Superfood-Phase überteuerte Chia Samen und Goji Beeren besorgt – nur weil diese als besonders toll angepriesen wurden. Warum sie so gesund sind und warum sie „besser“ sein sollen als günstigere Leinsamen aus Österreich, die fast die gleichen Nährwerte haben, das hinterfragt kaum jemand.

Warum sie „gesund“ sind erfahren wir nur wenn wir uns die Nährwerte näher ansehen, denn die Kalorienangabe liefert uns (wie wir bereits aus Beitrag #15 wissen) keine Auskunft. Und genau darüber haben wir im letzten Beitrag gesprochen. Die Hauptaussagen waren: 

„Schließe Frieden mit dem Essen, denn es ist weder gut noch schlecht sondern lebensnotwendig. Hör auf Kalorien zu zählen, verwende deine Energie lieber dafür, dich mit Nährstoffen zu beschäftigen.“

Um das „sich beschäftigen“ kommst du nicht herum. Wenn du dich gesund ernähren willst, MUSST du dich (zumindest ein bisschen) mit den Lebensmitteln beschäftigen. Um das zu tun braucht es ein paar Grundinformationen, mit denen möchte ich dich heute ausstatten.

Wir haben bereits über die Nährstoffe Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette gesprochen. Zusätzlich gibt es die Gruppe der Vitalstoffe (Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, etc..). Bei deinen Mahlzeiten sollten all diese Nährstoffe in einem bestimmten Verhältnis enthalten sein. WARUM? Vielleicht kannst du dich an meine Beiträge über Heißhunger & Sättigung erinnern? Da habe ich erwähnt, dass es verschiede Faktoren gibt, die Sättigung und Heißhunger beeinflussen. Heute geht es um den "Sättigungsfaktor" Nährstoffe bzw. Zusammensetzung der Mahlzeit. Sind alle Nährstoffe (in ausreichender Menge) in deiner Mahlzeit enthalten, bist du länger satt, hast weniger Gusto auf Süßes und verabschiedest dich von Heißhunger-Attacken. Vielleicht kannst du dich an das letzte Buffet oder die letzte Grillerei erinnern? Überlege mal wie lange du danach satt warst!

Und so werden deine Mahlzeiten zu Schlank- und Sattmachern:

 

 

Photo by Enrico Mantegazza on Unsplash

 

 

 

Der Sattmacher Nummer eins ist EIWEIß. Daher solltest du darauf achten, dass du ca. 20 – 30 Gramm Eiweiß pro Mahlzeit zu dir nimmst. 

 

 

FETTE sind für unseren Körper lebensnotwendig und Sattmacher Nummer zwei. Sie versorgen uns mit Energie und werden benötigt um Zellwände oder Hormone aufzubauen und Vitamine aufzunehmen. Vor allem sind es die pflanzlichen Fette die sehr wichtig sind und die leider oftmals zu kurz kommen. Ca. 20 g pro Mahlzeit sind notwendig. Achte auch hier auf eine gute Auswahl. Oftmals sind gute Eiweißquellen auch gleichzeitige gute Fettquellen.

 

 

Sattmacher Nummer drei sind KOHLENHYDRATE. Getreide, Hülsenfrüchte, Reis oder Kartoffeln sind wichtige Energielieferanten und halten dich lange satt. Erkunde die ganze Palette und probiere Neues aus.

Achte bei deiner Mahlzeit darauf, dass du viele VITALSTOFFE isst (ca. 50%), denn auch diese sind tolle Sattmacher. Vitalstoffe, damit meine ich Gemüse und Obst. Sie stärken dein Immunsystem und versorgen deinen Körper mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Achte auf die Vielfalt, je abwechslungsreicher, desto besser. Das bunte Gemüse ist deshalb bunt, weil es unterschiedliche Stoffe enthält. Auch rohes Gemüse ist wichtig!

Photo by Anna Pelzer on Unsplash

 

 

 

Wusstest du, dass Menschen mit Hüftgold oder übergewichtige Menschen WENIGER essen als Normalgewichtige? Sie sind sogar oft an Nährstoffen wie Fett und Eiweiß unterversorgt. Wenn der Körper unterversorgt ist, dann speichert er alles was er bekommt in Fett ab. Folge => Gewichtszunahme. Mehr Infos dazu gibt es HIER

Nehmen wir an, dein Frühstück besteht aus Semmel mit Marmelade. Deinen Gedanken „Semmeln sind schlecht“ verwirfst du erstmal. Stattdessen überlegst du welche Nährstoffe enthalten sind und welche fehlen und ergänzt deine Mahlzeit mit entsprechenden Lebensmitteln. Ergänzt du deine Semmel mit Gemüsesticks, Cottage Cheese und ein paar Walnüssen, dann hast du deine Mahlzeit perfekt abgerundet. Wichtige Vertreter jeder Gruppe habe ich dir HIER zusammen gefasst. 

 

ÜBE ÜBE ÜBE

HIER kannst du eine Liste mit weiteren Beispielen downloaden. Ergänze sie um die Lebensmittel, mit denen du die Mahlzeit abrunden könntest. Tipp: Google die Lebensmittel (z.B. „Avocado + Nährstoffe“) und schnell erhältst du die Nährwerttabelle. HIER findest du meine Ideen dazu. Das sind NUR Ideen – es gibt zahlreiche Möglichkeiten!!

 

Mit diesen 3 Schritten machst du deine Lieblingsspeise zum Satt und Schlankmacher: 

  • Prüfe, welche Nährstoffe in deiner Lieblingsspeise enthalten sind.
  • Prüfe, welche Nährstoffe fehlen und wie du sie ergänzen/variieren könntest.
  • Genieße achtsam & achte auf deine Sättigungssignale.

Für die kommende Woche:

  • Denke an die Speisen/Mahlzeiten die du regelmäßig und gerne isst und schreibe sie wie oben auf.
  • Fang mit 2 – 3 Mahlzeiten an um dich nicht zu überfordern.
  • Anfangs erscheint es vielleicht etwas mühsam aber du wirst schnell ein Gespür für eine gesunde und ausgewogene Zusammenstellung deiner Speisen entwickeln. Dann kannst du dein Repertoire Schritt für Schritt erweitern.
  • HIER findest du eine Vorlage.

 

Wenn dir mein Text gefallen hat, hinterlasse mir eine Bewertung und/oder Kommentar. Nutze die Kommentarfunktion um Fragen zu stellen – ich unterstütze dich gerne.

Publiziert in Blog
Donnerstag, 06 Dezember 2018 05:11

#15 - Die Sache mit den Kalorien

Das „K-Wort…“, ja richtig, im heutigen Beitrag geht es um Kalorien. Da fällt mir spontan dieses Zitat ein: 

 

 

Ein Zitat, das auf niedliche Art und Weise versucht aus den bösen, schlechten Kalorien kleine, niedliche Tierchen zu machen. So niedlich die kleinen Tierchen auch sein mögen, das Zitat vermittelt uns, dass sie gemein sind. Schlussendlich geht es immer darum, weniger zu essen und dadurch Kalorien zu sparen.

Aber was sind Kalorien eigentlich wirklich?

Kalorien stehen für die Energie die unser Körper benötigt um funktionsfähig zu sein. Sie sind der Treibstoff der unseren „Motor“ auf Touren bringt, uns am Leben hält. Der Treibstoff wird für vielfältigste Prozesse und Vorgänge in unserm Körper benötigt. Wie sonst würden deine Atmung, dein Herzschlag und deine Verdauung funktionieren?


Kalorien, also Energie sind lebensnotwendig!

Die zugeführte Energie (oder aufgenommenen Kalorien) zu verteufeln ist demnach irgendwie seltsam, findest du nicht? Genauso seltsam ist die Tatsache, dass die meisten Menschen ihre Mahlzeiten in Kalorien „umrechnen“ um zu erfahren ob die Mahlzeit nun „gut“ oder „böse“ ist. Wer beurteilt, wie viele Kalorien deines Essens „gut“ oder „schlecht“ sind?

Angenommen du hast eine 1 Euromünze und einen 50 Euro Schein. Du musst deine Sportsachen in einen Spint sperren und dazu benötigst du einen Euro. In dieser Situation wird wohl die 1 Euro Münze „gut“ sein. In einer anderen Situation willst du dir eine neue Sporttasche kaufen. Du wühlst dich durch die Regale eines Sportgeschäftes und findest schließlich eine superschöne Sporttasche. Jetzt musst du nur noch geduldig warten bis sich die Warteschlange an der Kassa auflöst. Nach 15 Minuten Wartezeit bist du endlich dran. Du zückst dein Geldbörserl aber als du es öffnest stellst du fest, dass sich nur noch 1 Euro darin befindet. „Oh oh, das ist jetzt schlecht“, wirst du dir nun vielleicht denken.

Du siehst also, dass die Bewertungen „gut“ und „schlecht“ immer vom Kontext abhängen.

Wenn du schon kategorisieren willst, dann musst du die Kalorienangabe mit irgendetwas vergleichen – denn woher weißt du sonst was gut und was schlecht ist? Mit was vergleichst du die Kalorien deiner Speise? Wie beurteilst du, ob eine Speise „gut“ oder „schlecht“ ist?

Beschäftigen wir uns mit folgender Frage:

Was braucht dein Körper um lebensfähig zu sein?

Er braucht Nährstoffe! Die Hauptnährstoffe, um die es geht, sind Proteine (Eiweiß), Lipide (Fette) und Kohlenhydrate (=Zucker).

  • Eiweiß benötigt dein Körper primär dazu, deine Muskeln zu stärken und aufzubauen sowie deine Zellen zu erneuern (Zellregeneration). Eiweiß ist also ein Grundbaustein für deinen Körper.
  • Fette und Kohlenhydrate sind die Hauptenergiequellen für deinen Körper. Kohlenhydrate, also Zucker ist beispielsweise die einzige Energiequelle, die direkt in das Gehirn gelangt um dieses mit Energie zu versorgen. Nimmst du keinen Zucker zu dir, ist das also nicht wirklich ideal für deinen Körper. Hinweis: Kohlenhydrate sind vielmehr als der Haushaltszucker den du kennst. Zu den Kohlenhydraten gehören unter anderem Getreideprodukte, Obst aber auch Bohnen und Linsen.

Wenn wir von Kalorien sprechen, dann wissen wir nicht aus welcher Quelle (ob von Kohlenhydraten oder Fetten) die Energie kommt und wie hochwertig die Energiequelle ist.

Nüsse enthalten wertvolle Fette

Photo by Vitchakorn Koonyosying on Unsplash

 

Eine helle Semmel und ein Stück Vollkornbrot mit Samen haben annährend gleich viele Kalorien. Das Vollkornbrot enthält wertvolle Fette, Eiweiße und komplexe Kohlenhydrate. Eine Semmel enthält einfache Kohlenhydrate. Das Brot hält dich länger satt als die Semmel und enthält gleichzeitig mehr Nährstoffe. Du siehst also, Kalorienzählen macht kaum Sinn, denn danach wären eine Semmel und ein Vollkornbrot gleichwertig. Wenn du auf etwas achten willst, dann beschäftige dich lieber mit den Nährstoffen und nicht mit den Kalorien, also mit dem was drin ist und nicht mit dem was drauf steht, das macht wenigstens Sinn. 

Und das tolle daran ist, dass unterschiedliche Lebensmittel unterschiedliche Nährstoffe enthalten. Das bedeutet du kannst Lebensmittel immer so kombinieren, dass sie sich gut ergänzen und aufwerten. Wenn du gerne Semmeln isst, dann kannst du diese Semmel „aufpeppen“. Mit einer Avocado führst du wertvolle Fette zu und mit Buttermilch oder Joghurt versorgst du deinen Körper mit Eiweiß. So wird aus einer nährstoffarmen Semmel eine gesunde Mahlzeit.

Im Endeffekt gibt es also keine „schlechten“ und „guten“ Lebensmittel/Speisen. Eine Speise ist das was du daraus machst und wie achtsam du sie konsumierst. Ist das nicht super?

Möglicherweise denken sich jetzt einige von euch:

„Aber ich muss Kalorien zählen, sonst nehme ich zu!“

Es ist wie das Haushalten mit Geld. Du gibst nicht jeden Tag gleich viel Geld aus. Heute sind es 5 Euro, morgen 30 Euro und übermorgen 2 Euro. Nur weil du 30 Euro ausgegeben hast bedeutet das nicht, dass du pleite bist weil du dafür an einem anderen Tag wieder weniger ausgibst.

Isst du einmal mehr als du benötigst, ist das kein Drama. Das Drama beginnt dann, wenn du jeden Tag mehr Energie aufnimmst als du benötigst. Das wird aber nicht passieren! Und weißt du warum? Wenn du die letzten Blogbeiträge gelesen hast, hast du in den vergangenen Wochen Einiges dazu gelernt.
Du achtest heute auf ganz andere Dinge als noch vor einem Jahr. Heute hast du gelernt, bewusster zu essen & dein Essen zu genießen. Du hast gelernt, langsam zu essen und auf deine Sättigungssignale zu achten. All das hilft dabei, deine Energieaufnahme zu steuern. Du musst dich nicht mehr ausschließlich auf Lebensmittel, Kalorien oder Nährstoffe konzentrieren. Du hättest gerne Unterstützung? Melde dich für das kostenloste Online Training an (Link am Ende der Seite)!

Ich möchte dir von Julia erzählen.

Julia war eine Klientin, die mich aufgesucht hat weil sie ein paar Kilo zu viel wog, immer wieder Diäten durchführte, aber der Erfolg aus blieb. Im Gegenteil, sie nahm über die Jahre sogar zu. Als Julia zu mir in die Praxis kam war sofort klar, dass Julia auf Kriegsfuß mit dem Essen steht. Sie teilte alle Lebensmittel in „gut“ und „böse“ ein. Sie wusste, dass sie von Brokkoli so viel essen konnte wie sie wollte (weil kaum Kalorien), wohingegen Sie mit Brot streng haushalten musste (weil viele Kalorien). Somit versuchte sie, die „bösen“ Lebensmittel so gut es ging zu vermeiden. Jede Feier, jedes Essen in einem Lokal und alle ihrer Lieblingsspeisen waren „böse“. Das machte das Essen für Julia ziemlich anstrengend, wodurch Essen und Lebensmittel zu etwas Negativem für sie wurden. Einmal berichtete Sie mir, dass Sie sich wie eine Gefangene fühle. Gefangen zwischen Lust, Genuss und Verbot. Essen war für sie immer etwas Schlechtes, etwas, bei dem sie immer aufpassen musste um nicht zuzunehmen. Essen war eine Belastung für sie. Die einzige Möglichkeit um ihr wieder Freude am Leben zu ermöglichen war, an ihrer Einstellung dem Essen gegenüber zu arbeiten. Die Devise lautete: „Schließe Frieden mit dem Essen.“ Die harte Arbeit begann… Ein paar Monate später war Julia kaum wieder zu erkennen. Sie hatte mit dem Essen Frieden geschlossen und aufgehört, Lebensmittel in „gut“ und „böse“ einzuteilen. Zum ersten Mal in ihrem Leben war es ihr möglich, ein frisch gebackenes Brot oder ihren Lieblingskuchen ohne schlechtem Gewissen zu essen*. Im Gegenteil, sie hatte gelernt, Freude am Essen zu empfinden. Ihr Überessen hörte auf, weil Sie sich sagte, dass Sie jederzeit wieder ein Brot oder Kuchen essen könne – es gab keine Verbote mehr. Sie erhielt dadurch ihre „Freiheit“ zurück, was dazu führte, dass sie sich auf Feiern nicht mehr mit verbotenen Speisen vollstopfen musste „weil das DIE Gelegenheit“ war. Sie war verändert und ich war richtig stolz auf sie.

 

*Die Auswirkungen des schlechten Gewissens habe ich in HIER beschrieben.

Fazit:

Schließe Frieden mit dem Essen, hör auf, Lebensmittel und Speisen in „schlecht“ und „gut“einzuteilen und fangean, das Essen zu genießen. Fangean, dir alle Lebensmittel zu erlauben und hör auf, Lebensmittel zu kategorisieren.

Damit hast du gleich mehrere Vorteile:

  • Du betrachtest Lebensmittel als das was sie sind: Nährstoffe, Energie, Treibstoff
  • Du fühlst dich „befreit“
  • Du kannst genießen
  • Du lernst, auf wertvolle Inhaltsstoffe zu achten: Nährstoffe
  • Du verhinderst Heißhungerattacken und Essanfälle
  • Du baust eine gesunde Beziehung zu Lebensmitteln auf
  • Du änderst dein Essverhalten
  • Du fängst an, dich wohlzufühlen

 

HIER geht’s zum kostenlosen Online Training.

 

P.s. Was denkst du über das Thema? Wie findest du den Text? Hinterlasse mir eine Bewertung und/oder ein Kommentar! 

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