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In meinem letzten Beitrag habe ich darüber gesprochen, dass wir Menschen zu emotionalen Essern geworden sind  WEIL

  • Essen gemeinsam mit Emotionen abgespeichert wird und Emotionen unser Essverhalten beeinflussen
  • Beim Essen Glückshormone ausgeschüttet werden und wir fürs Essen belohnt werden
  • Essen mit bestimmten Situationen verknüpft und auf Dauer zur Gewohnheit wird

 

Wenn man in der Situation ist, dass man Abnehmen möchte, wird man sich schnell mit Thema Ernährung zu beschäftigen. Man googelt dann so etwas wie "abnehmen", "Ernährung abnehmen" oder "gesund essen" und wird schnell fündig. Man liest einige Seiten im Internet und findet viele, verschiedene, zum Teil widersprüchliche Informationen.

Vielleicht kennst auch du das Gefühl, dass du dich total erschlagen fühlst von den ganzen verschiedenen Aussagen und Informationen?  Ich kenne diese Situation sehr gut und ich denke sehr viele da draußen, kennen das auch. Als ich damals in der Situation war, habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht als irgendetwas Leichtes. Jemanden, der mir sagt wann, was und wie viel ich essen soll. Ganz konkret. Ich habe mir gewünscht, dass ich auch fertige Portionen und Mengen bekomme – sodass ich garantiert nichts falsch machen kann. Und in gewisser Weise bin ich fündig geworden - es gibt diese Richtlinien oder Regeln. Es gibt sie in Form von Diäten oder Ernährungsempfehlungen.

 

Photo by Charles ?? on Unsplash

Es gibt da zum Beispiel diese Diät die dir sagt um welche Uhrzeit du essen sollst. Es gibt auch die FDH Diät, bei der man immer nur die Hälfte von seiner normalen Portion essen soll, wobei man mit der Zeit mogelt und die Portion wieder vergrößert.  Es gibt auch die „keine Süßigkeiten Diät“. Die funktioniert meist so lange bis man auf Partys mit Süßigkeiten konfrontiert wird und sich „ausnahmsweise“ alle Süßigkeiten reingestopft, die es gibt.

Und dann gibt es wissenschaftlich fundierte, professionelle Richtlinien. Die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung oder Österreichischen Gesellschaft für Ernährung. Die geben die Portionsgröße in Form von Mengenangaben vor. Das mag sehr sinnvoll sein um eine Orientierung zu haben. All diejenigen die diese Richtlinie zu eng nehmen, kommen schnell an ihre Grenzen. 

In Summe wird das Ganze dann etwas verwirrend: Welche Regel gehört zu welcher Diät? Was stimmt jetzt und was nicht? Kennst du das?

Abgesehen von der Tatsache, dass ich immer verwirrter, verzweifelter und frustrierter wurde, gibt es eine Sache die für mich im Nachhinein am Schlimmsten ist: Diese Vorgaben stammen von Menschen, die ich nicht kenne. Noch schlimmer – Menschen die MICH nicht kennen. Das heisst, das sind Vorgaben die für hunderte oder tausende von anderen Frauen und Männer gelten..

Eines kann ich dir als diplomierte Psychologin zu 100 Prozent garantieren: Wir Menschen sind verschieden. Wenn wir also alle verschieden sind, wie sollen einheitliche Regeln für uns alle gelten? Sie tun es nicht. Der Bedarf von jedem Menschen ist unterschiedlich, er ist sogar von Tag zu Tag unterschiedlich!

Wenn mir kein anderer Mensch sagen kann was für mich richtig ist, wer kann es dann? ICH .... Nur Ich kann wissen was ICH brauche und nur DU kannst wissen was DU brauchst. Ich kann verstehen, dass dieser Gedanke Angst machen kann! Schließlich haben wir versagt oder? Nein, ich denke nicht, dass ICH oder DU versagt haben. Ich denke, dass wir durch das ganze Wirrwarr unsicher geworden sind.  

 

Photo by Providence Doucet on Unsplash

 

 

Ich würde dir fast mein Versprechen dafür geben, dass du keine Angst haben musst und ich sage dir auch warum:

Denke doch mal an kleine Kinder. Ich meine jetzt Kinder, die noch unbeeinflusst sind von Werbung, Medien und die ein Elternhaus haben, in dem sie ihr kindliches Verhalten leben dürfen. Ich bin mir sicher, du hast solche Kinder schon beobachtet: Vielleicht bist du selbst ein Elternteil und hast es live miterlebt. Nehmen wir an, das Kind hat Hunger: Es wird ein Stückchen nach dem anderen essen und an einem bestimmten Punkt anfangen die Buttersemmel zu zerquetschen, sich im Hochstuhl hin und her zu drehen usw... Das Kind hat erkannt, dass es satt ist und hat aufgehört zu essen. Das selbe würde das Kind mit einem Stück Kuchen machen. Ein Kind isst, wenn es Hunger hat und hört auf, wenn es nicht mehr will.

Vielleicht kennst du Freunde/Freundinnen die mit dir essen gehen und nach 4 Stück Pizza, lassen sie die Pizza liegen weil sie „satt“ sind. Oder diese Freunde, die nur 5 Stück Chips essen und dann aufhören, während du am liebsten die ganze Packung essen würdest? Keine Sorge, ich kenne das auch. Ich selbst habe mir früher immer gedacht: „Mann, sei doch nicht lächerlich mit 5 Stück. Chips.“ Ja, ehrlich! Aber du hast dieses natürliche Körpergefühl auch in dir, du hast ev. nur verlernt darauf zu hören!

Stell dir mal vor, du weißt ganz genau und zu jeder Zeit wann du Hunger hast und wann nicht. Wenn sich Lisa aus dem obigen Beispiel drüber bewusst wäre, dass sie keinen Hunger hat, würde sie dann essen? Mit ziemlicher Sicherheit würde sie sich vl. noch einmal mehr überlegen ob sie jetzt wirklich etwas essen will oder nicht. Und genau das kannst du auch.

Damit das funktionieren kann, musst du lernen, deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf Körpergefühle wie Hunger & Sättigung zu lenken. Du musst lernen wie sich Hunger anfühlt. Wenn du das einmal hast, dann wird es dir schon viel leichter fallen deine Essensentscheidungen zu lenken. Dann muss es „nur noch“ zur Gewohnheit werden.

Versuche in den kommenden zwei Wochen ganz bewusst hinzuspüren wie sich Hunger bei dir anfühlen könnte. Das können Körpergefühle wie ein Leeregefühl (oder das berühmte Loch) im Magen, Magenknurren oder Übelkeit sein. Achte darauf, welche Signale du wahrnehmen kannst. Es kann sein, dass es dir in den nächsten Tagen sehr schwer fällt, aber du wirst merken, dass du relativ schnell ein Gespür entwickelst. Schreibe dir deine Entdeckungen am Besten auf. Eine Vorlage findest du HIER

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Beim nächsten Mal verrate ich dir eine tolle Übung wie du dein Fähigkeit noch weiter ausbauen kannst!

 

HAT DIR MEIN TEXT GEFALLEN? HINTERLASSE MIR EINE BEWERTUNG :)

 

Publiziert in Blog

 

 

Gerade die Weihnachtszeit ist eine enorme Herausforderung was das achtsame essen betrifft und diese Zeit hast du gerade hinter dir (bzw. steckst gerade mitten drin). Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es unendlich viele Gründe zu essen: Das Naschen während des Backens, der herrliche Duft von gutem Essen, die üppige Weihnachtsgans, die Leckereien auf den Weihnachtsmärkten, ….

 

Einer der mächtigsten Auslöser (um zu essen) ist meiner Erfahrung nach das reine Vorhandensein von Nahrung oder Lebensmitteln. Ein typisches Beispiel ist der Keksteller, der bei annähernd jeder Einladung in der Mitte des Tisches auf die Gäste wartet. Alleine die Lebensmittel zu sehen, führt dazu, dass der Körper Ghrelin ausgeschüttet. Das Hormon Ghrelin (unser Hungerhormon) bereitet den Körper auf die Nahrungsaufnahme vor. Speichelfluss, ein gesteigertes Verlangen und der Eindruck Hunger zu haben oder „ganz plötzlich bekommen zu haben“ sind die Folge.

 

STUDIE

Vor einiger Zeit hat eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut in München erstaunliche Entdeckungen gemacht. Ihre StudienteilnehmerInnen erhielten eine vollwertige Mahlzeit. Danach wurden ihnen rund 50 Bilder mit diversen Objekten gezeigt. Auch Lebensmittelwaren auf den Bildern zu sehen. Während die TeilnehmerInnen die Bilder ansahen, wurde ihnen Blut abgenommen um die Hormonkonzentration zu messen. Die Forscher fanden heraus, dass der Anblick von Lebensmitteln zu einem Anstieg der Ghrelin-Konzentration im Blut geführt hatte und das obwohl die TeilnehmerInnen alle angaben, satt zu sein.  

 

Erstaunlich oder? Der Anblick von Speisen oder Lebensmitteln löst also Hungersignale aus. Gerade in der Weihnachtszeit werden wir ständig mit Essen konfrontiert. Wenn wir in solchen Situationen nicht achtsam sind, können genau diese Momente dazu führen, dass du isst, obwohl du keinen Hunger hast. Ist es dir auch passiert? Hast du gegessen obwohl du keinen Hunger hattest? Hast Du vielleicht in den letzten Tagen gegessen, weil immer Häppchen am Tisch standen und diese einfach so gustig ausgesehen haben? Hast du dich vielleicht auch überessen?

NA UND?!

 

Ganz ehrlich! Es ist völlig egal! Auch ein „Achtsam-Essen-Profi“ hat Momente, in denen er/sie unachtsam isst. Und das ist völlig in Ordnung! Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben und damit hadern. Hast du schon vergessen? Das schlechte Gewissen, die fiesen Stimmen und die Diätpolizei hast du schon längst verbannt! Wenn nicht, dann wird es höchstens Zeit! Setze sie vor die Türe! Weisst du was das Wichtigste ist? Dass du dir erlaubst, diese Leckereien zu essen und dass du sie genießt und zwar jeden einzelnen Bissen. Du weißt, dass es völlig in Ordnung ist.

 

Photo by freestocks.org on Unsplash

 

Erst vor ein paar Tagen sprach ich mit meiner Klientin Andrea*. Sie berichtete, dass sie die während der letzten Woche überhaupt nicht achtsam war. Sie sagte: „Ich war auf dem Weihnachtsmarkt und habe Punsch und Glühwein getrunken, habe gegessen, ohne an das zu denken, was wir besprochen hatten.“ „Andrea“, sagte ich, „als du auf dem Weihnachtsmarkt warst, war dir in diesem Moment bewusst, dass du gerade isst, obwohl du keinen Hunger hast?“ Nach kurzem Überlegen sagte sie „Ja, ich erinnere mich an meine Gedanken als ich mir die Waffel gekauft habe. Purer Gusto, habe ich mir gedacht, aber in diesem Moment wollte ich einfach nur genießen. Sie war sooo gut.“ „Das heisst, du hast bewusst entschieden und nicht einfach so nebenbei gegessen?“ „Ja, ich habe das ganz bewusst gemacht und ich hatte nicht einmal ein schlechtes Gewissen.“ Ich grinste Andrea an und auf einmal verschwand ihr deprimierter Gesichtsausdruck und sie fing an zu strahlen „Ich bin gar nicht in meine alten Muster zurück gerutscht. Ich hatte die Kontrolle, habe mich aber bewusst für die Waffel und Punsch entschieden. Und das ohne schlechtes Gewissen. Wow.. und ich dachte ich hätte wieder einen Fehler gemacht. “ (*Namen geändert)

 

Genau das gehört zu achtsamen essen. Nein, das IST achtsames essen. Es geht darum, Entscheidungen ganz bewusst zu treffen anstatt nebenbei zu essen. Auch wenn es dir mal passiert, dass du automatisiert agierst, nach Häppchen greifst und diese nebenbei und unachtsam isst, also in die alte Gewohnheit rutscht, dann ist das auch in Ordnung.

Das gehört dazu!

 

Dein Körper wird sich freuen & du solltest das auch tun. Schlechtes Gewissen, Selbstzweifel und Selbsttadel bringen dich nicht weiter! Verabschiede dich davon. Jetzt! Für immer!

 

So gehst du vor, wenn die Diätpolizei zuschlägt:

  • Du merkst, dass die Diätpolizei sich meldet? Dann sage ihr NEIN! Stell dir wirklich vor, du schließt eine Türe und du stellst dir vor, dass die Diätpolizei nicht durch die Türe kann.
  • Wichtig ist, dass du dich ganz bewusst dafür entscheidest, diese fiesen Stimmen und Gedanken „vor der Türe“ zu lassen.
  • Sage dir, dass dich einmal, zweimal unachtsames essen nicht umbringt oder dir keine 2 Kilo auf die Hüften katapultiert. Die Dinge, die die Diätpolizei zu dir sagt – sind völliger Blödsinn. Es sind doch immer nur Verallgemeinerungen, fiese Vergleiche oder unrealistische Ansprüche.
  • Dann lenke dich ganz bewusst ab. Konzentriere dich auf die netten Gespräche, lenke deine Aufmerksamkeit auf eine positive Erinnerung oder auf etwas anderes, was du gerne magst. Magst oder machst??
  • Mache dir bewusst, warum du stolz auf dich sein kannst & warum du einfach ein toller Mensch bist! Sind es vielleicht die Lachgrübchen? Deine Fähigkeit zu genießen? Deine Leidenschaft für ein bestimmtes Thema? Deine Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern? Finde was – egal wenn nur eine Kleinigkeit ist!

 

P.S. Dir gefällt mein Artikel? Dir gehen ein paar Gedanken durch den Kopf? Hinterlass mir doch ein Kommentar und/oder eine Bewertung!  

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