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Es gibt so viele verschiedene Kostformen und Arten, sich zu ernähren. Ich habe Schlagwörter wie „Diät“, „Kostformen“ und „Ernährungsweisen“ gegoogelt um herauszufinden, wie viele es gibt.  Es ist unglaublich, wie viele verschiedene Arten von Diätformen ich gefunden habe, unter anderem auch die Mazdaznan-Ernährung, makrobiotische Ernährung oder anthroposophischeErnährung . Der Unterschied zwischen den einzelnen Kostformen ist dabei oft nur minimal.

Photo by Dan Gold on Unsplash

Wenn du bereits Beiträge von mir gelesen oder gehört hast, wirst du sicherlich meinen Standpunkt in Bezug auf „die richtige Ernährung“ kennen: Wir Menschen sind verschieden und so auch unsere Ernährung. Ich denke nicht, dass es die EINE richtige Ernährung für alle Menschen gibt. Aber wenn die Art und Weise sich zu ernähren so verschieden ist, was an und für sich gut ist, wie kann dann bestimmt werden, ob das eigene Essverhalten „normal“ ist.

Schwierige Frage oder nicht? Wie würdest du sie beantworten? Ab wann ist ein Essverhalten nicht mehr „normal“ oder ungesund?

Ich habe mal den Tipp gelesen: „Nimm dir eine kleine Kuchengabel wenn du isst.“ Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich sehr kritisch gegenüber solchen Aussagen bin. DENN, das ist eine typische Verhaltensweise von essgestörten Menschen. Als ehemalige Mitarbeiterin einer Klinik für Essstörungen zählte diese „Technik“ bei unseren Patientinnen zu den Diätmentaliät-Tools (dazu später noch mehr). Aus meiner Sicht ist es daher kritisch, solche Tipps und Empfehlungen zu geben, andererseits gibt es viele Personen, die sehr hastig essen bzw. ihre Speisen regelrecht verschlingen. Für diese Menschen kann die kleine Gabel durchaus ein gutes Hilfsmittel sein um ihr Esstempo zu verlangsamen.

 

Photo by Eiliv-Sonas Aceron on Unsplash

Neben der Gabel, gibt es noch einige weitere Tools, die auf die „Diätpolizei“ hindeuten wenn man sie aus den falschen Motiven heraus anwendet.

Dazu gehören: 

  • Das Zählen von Kalorien um nicht über eine gewisse Anzahl zu kommen
  • Lebensmittel zu vermeiden, die über einen bestimmten Kcal, Fett oder Kohlenhydrat-Wert hinaus gehen
  • Bewusst Speisen oder Lebensmittel mit dem niedrigsten Kohlenhydratanteil zu wählen
  • Zugeführte Kalorien mittels sportlicher Aktivitäten wieder zu verbrennen
  • Essen zu verweigern wenn der Kaloriengehalt nicht bekannt ist
  • Essen vor dem Verzehr abzuwiegen
  • Sein Gewicht mehrmals pro Woche zu kontrollieren
  • Negative Emotionen/Gefühle nach dem Essen bzw. Schuldgefühle
  • „Selbstbestrafung“ wenn zuviel gegessen wurde
  • Häufiges Lesen von Diätberichten, wiederholtes Sehen von Diätvideos
  • Übermäßiges Trinken von Wasser um das Hungergefühl zu verringern
  • Einnahme von Supplements um Gewicht zu reduzieren (Schlankheitspille, Abnehm-tees)
  • Penibles Führen eines Esstagebuches (ausgenommen sind kranke Personen, die aus gesundheitlichen Gründen ein Esstagebuch führen müssen)

 

Photo by Eiliv-Sonas Aceron on Unsplash 

Nun ist es an der Zeit, dein Essverhalten oder Tools, die DU anwendest, zu überprüfen bzw. zu hinterfragen

VARIANTE A - Du wendest ein Tool an... 

...um dein Esstempo zu reduzieren weil du ein hastiger Esser bist? Weil du dir das Abwiegen des Essens irgendwann angewöhnt hast und nicht mehr weißt warum? Führst du Esstagebuch, um hinter bestimmte Beschwerden wie Blähbauch zu kommen?  Wiegst du dich häufig, um einen Überblick über deinen aktuellen Gewichtsstatus zu haben? Achtest du auf Kohlenhydrate oder Fettgehalt, weil du sie nicht gut verträgst und z.B Durchfall oder einen Blähbauch bekommst? Machst du generell gerne Sport? 

Prima, klingt doch alles ganz normal ABER

  • Was passiert, wenn du keine kleine Gabel zur Hand hast? Würdest du dann nicht essen, verzweifelt oder überfordert sein? 
  • Was ist, wenn du mal keinen Sport machen kannst, hast du dann ein schlechtes Gewissen?
  • Was passiert, wenn du großen Gusto auf Brot hast? Zwingst du dich dann, das Brot nicht zu essen? 

 

 Photo by Fil Mazzarino on Unsplash 

Beantwortest du hier alle Fragen mit nein, nochmal prima. Dann hast du weder einen Leidensdruck, noch scheint dich dein „Tick“ im Alltag zu beeinträchtigen. 

Mein Tipp: Ich lade dich dazu ein die Übung zum Essverhalten (siehe unten) zu machen. Prüfe ob sich bei dir für dich unbewusste Hinweise auf die Diätpolizei finden lassen. 

VARIANTE B - Du wendest ein Tool an:

Betreibst du Sport, um die gegessenen Kalorien zu verbrennen? Führst du Tagebuch um herauszufinden, welche Lebensmittel du von Deinem Speiseplan streichen sollst? Wiegst du dich mehrmals die Woche um dein Gewicht zu kontrollieren? Zählst du Kalorien, um eine gewisse Anzahl nicht zu überschreiten? Isst du von einer kleinen Kuchengabel?

Das klingt ganz nach Diätpolizei. 

  • Was passiert, wenn du keine kleine Gabel zur Hand hast? Würdest du dann nicht essen, verzweifelt und überfordert sein? 
  • Was ist, wenn du mal keinen Sport machen kannst? Hast du dann ein schlechtes Gewissen? 
  • Was passiert, wenn du großen Gusto auf Brot hast? Zwingst du dich dann, das Brot nicht zu essen?

Photo by Kyle Broad on Unsplash


Beantwortest du hier alle Fragen mit ja oder „jein“, dann wirkt sich dies womöglich auf die Gestaltung deines Alltages aus und/oder es steckt ein gewisser Leidensdruck dahinter. Die Kriterien für ungesundes Essverhalten treffen hier komplett oder teilweise zu. Es sieht so aus, als wäre dein Essverhalten nicht mehr ganz so gesund. 

Mein Tipp: Arbeite an deinem Essverhalten und verabschiede dich von der Diätpolizei. Tipps dazu findest du in meinem neuen und völlig kostenlosen E-Book. 

Wende dich jederzeit an einen Klinischen Psychologen oder Psychotherapeuten deines Vertrauens! 

VARIANTE C - Du wendest kein Tool an... 

Prima! Ich lade dich dazu ein die Übung zum Essverhalten unten zu machen. Prüfe ob sich bei dir für dich unbewusste Hinweise auf die Diätpolizei finden lassen. 

 

ÜBERSICHT

 

HIER GEHTS ZUM E-Book.

 

 

Übung zum Essverhalten

Ich lade dich zu einer Übung ein. Für diese Übung solltest du ungestört sein. Am Besten, du machst eine Pause oder du machst die Übung später einfach nach.

 Ich lese dir jetzt ein paar Statements vor. Lass diese auf dich wirken und beantworte sie für dich mit ja oder nein.

  • Ich folge Regeln, die mir sagen, WANN oder WAS ich essen soll
  • Es gibt Lebensmittel denen ich aus dem Weg gehe
  • Ich esse, wenn ich traurig oder verärgert bin, auch wenn ich keinen Hunger habe
  • Ich esse, wenn ich gelangweilt bin, auch wenn ich keinen Hunger habe
  • Ich esse, wenn ich gestresst bin, auch wenn ich keinen Hunger habe
  • Ich kann den Zeitpunkt nicht abschätzen, wann ich angenehm satt oder hungrig bin
  • Ich habe Lebensmittel gegessen, die ich normalerweise vermeide und noch mehr davon, weil es "eh schon egal" war
  • Ich habe gegessen, um mich zu belohnen (z.B Schokolade nach einem anstrengenden Arbeitstag oder ein Dessert nach dem Sport)
  • Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich ungesunde Lebensmittel esse
  • Essanfälle oder Heißhungeranfälle sind mir nicht fremd

Hast du ein paar diese Statements mit ja beantwortet? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du unter den Fittichen der Diätpolizei stehst.

 

Die Diätpolizei redet dir vielleicht Dinge ein wie

  • Wenn ich diese Schokolade esse, werde ich fett
  • Heute abend ist eine Feier. Damit ich dort essen darf, muss ich den ganzen Tag fasten.
  • Gestern habe ich zu viel gegessen, heute darf ich nichts essen

 Meistens sind diese Aussagen der Diätpolizei verzerrt oder schlicht und einfach unrealistisch und falsch.

 Photo by King's Church International on Unsplash

 Versuch dich von den Tools, die du benutzt zu trennen und sag der Diätpolizei den Kampf an.
  • Erstelle eine Liste mit den Tools, die du verwendest und überprüfe, welches davon für dich am Schwierigsten und am Einfachsten wegzulassen ist
  • beginne beim Einfachsten: Wenn es das Wiegen ist, dann wiege dich zum Beispiel nur noch 2 Mal die Woche statt 5 Mal
  • Arbeite dich Step für Step nach vorne

 

Wie du falsche Annahmen entlarven kannst, und was du gegen sie tun kannst, erfährst du in meinem neuen E-Book. Natürlich bekommst du das völlig kostenlos!

Übrigens: Es gibt auch Hinweise auf die Diätpolizei, die sehr viel schwieriger zu erkennen sind und bei scheinbar „gesunden“ Essern auftreten. Auch auf diesen Aspekt gehe ich in meinem neuen E-Book sehr ausführlich ein!

Publiziert in Blog

 

 

Gerade die Weihnachtszeit ist eine enorme Herausforderung was das achtsame essen betrifft und diese Zeit hast du gerade hinter dir (bzw. steckst gerade mitten drin). Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es unendlich viele Gründe zu essen: Das Naschen während des Backens, der herrliche Duft von gutem Essen, die üppige Weihnachtsgans, die Leckereien auf den Weihnachtsmärkten, ….

 

Einer der mächtigsten Auslöser (um zu essen) ist meiner Erfahrung nach das reine Vorhandensein von Nahrung oder Lebensmitteln. Ein typisches Beispiel ist der Keksteller, der bei annähernd jeder Einladung in der Mitte des Tisches auf die Gäste wartet. Alleine die Lebensmittel zu sehen, führt dazu, dass der Körper Ghrelin ausgeschüttet. Das Hormon Ghrelin (unser Hungerhormon) bereitet den Körper auf die Nahrungsaufnahme vor. Speichelfluss, ein gesteigertes Verlangen und der Eindruck Hunger zu haben oder „ganz plötzlich bekommen zu haben“ sind die Folge.

 

STUDIE

Vor einiger Zeit hat eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut in München erstaunliche Entdeckungen gemacht. Ihre StudienteilnehmerInnen erhielten eine vollwertige Mahlzeit. Danach wurden ihnen rund 50 Bilder mit diversen Objekten gezeigt. Auch Lebensmittelwaren auf den Bildern zu sehen. Während die TeilnehmerInnen die Bilder ansahen, wurde ihnen Blut abgenommen um die Hormonkonzentration zu messen. Die Forscher fanden heraus, dass der Anblick von Lebensmitteln zu einem Anstieg der Ghrelin-Konzentration im Blut geführt hatte und das obwohl die TeilnehmerInnen alle angaben, satt zu sein.  

 

Erstaunlich oder? Der Anblick von Speisen oder Lebensmitteln löst also Hungersignale aus. Gerade in der Weihnachtszeit werden wir ständig mit Essen konfrontiert. Wenn wir in solchen Situationen nicht achtsam sind, können genau diese Momente dazu führen, dass du isst, obwohl du keinen Hunger hast. Ist es dir auch passiert? Hast du gegessen obwohl du keinen Hunger hattest? Hast Du vielleicht in den letzten Tagen gegessen, weil immer Häppchen am Tisch standen und diese einfach so gustig ausgesehen haben? Hast du dich vielleicht auch überessen?

NA UND?!

 

Ganz ehrlich! Es ist völlig egal! Auch ein „Achtsam-Essen-Profi“ hat Momente, in denen er/sie unachtsam isst. Und das ist völlig in Ordnung! Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben und damit hadern. Hast du schon vergessen? Das schlechte Gewissen, die fiesen Stimmen und die Diätpolizei hast du schon längst verbannt! Wenn nicht, dann wird es höchstens Zeit! Setze sie vor die Türe! Weisst du was das Wichtigste ist? Dass du dir erlaubst, diese Leckereien zu essen und dass du sie genießt und zwar jeden einzelnen Bissen. Du weißt, dass es völlig in Ordnung ist.

 

Photo by freestocks.org on Unsplash

 

Erst vor ein paar Tagen sprach ich mit meiner Klientin Andrea*. Sie berichtete, dass sie die während der letzten Woche überhaupt nicht achtsam war. Sie sagte: „Ich war auf dem Weihnachtsmarkt und habe Punsch und Glühwein getrunken, habe gegessen, ohne an das zu denken, was wir besprochen hatten.“ „Andrea“, sagte ich, „als du auf dem Weihnachtsmarkt warst, war dir in diesem Moment bewusst, dass du gerade isst, obwohl du keinen Hunger hast?“ Nach kurzem Überlegen sagte sie „Ja, ich erinnere mich an meine Gedanken als ich mir die Waffel gekauft habe. Purer Gusto, habe ich mir gedacht, aber in diesem Moment wollte ich einfach nur genießen. Sie war sooo gut.“ „Das heisst, du hast bewusst entschieden und nicht einfach so nebenbei gegessen?“ „Ja, ich habe das ganz bewusst gemacht und ich hatte nicht einmal ein schlechtes Gewissen.“ Ich grinste Andrea an und auf einmal verschwand ihr deprimierter Gesichtsausdruck und sie fing an zu strahlen „Ich bin gar nicht in meine alten Muster zurück gerutscht. Ich hatte die Kontrolle, habe mich aber bewusst für die Waffel und Punsch entschieden. Und das ohne schlechtes Gewissen. Wow.. und ich dachte ich hätte wieder einen Fehler gemacht. “ (*Namen geändert)

 

Genau das gehört zu achtsamen essen. Nein, das IST achtsames essen. Es geht darum, Entscheidungen ganz bewusst zu treffen anstatt nebenbei zu essen. Auch wenn es dir mal passiert, dass du automatisiert agierst, nach Häppchen greifst und diese nebenbei und unachtsam isst, also in die alte Gewohnheit rutscht, dann ist das auch in Ordnung.

Das gehört dazu!

 

Dein Körper wird sich freuen & du solltest das auch tun. Schlechtes Gewissen, Selbstzweifel und Selbsttadel bringen dich nicht weiter! Verabschiede dich davon. Jetzt! Für immer!

 

So gehst du vor, wenn die Diätpolizei zuschlägt:

  • Du merkst, dass die Diätpolizei sich meldet? Dann sage ihr NEIN! Stell dir wirklich vor, du schließt eine Türe und du stellst dir vor, dass die Diätpolizei nicht durch die Türe kann.
  • Wichtig ist, dass du dich ganz bewusst dafür entscheidest, diese fiesen Stimmen und Gedanken „vor der Türe“ zu lassen.
  • Sage dir, dass dich einmal, zweimal unachtsames essen nicht umbringt oder dir keine 2 Kilo auf die Hüften katapultiert. Die Dinge, die die Diätpolizei zu dir sagt – sind völliger Blödsinn. Es sind doch immer nur Verallgemeinerungen, fiese Vergleiche oder unrealistische Ansprüche.
  • Dann lenke dich ganz bewusst ab. Konzentriere dich auf die netten Gespräche, lenke deine Aufmerksamkeit auf eine positive Erinnerung oder auf etwas anderes, was du gerne magst. Magst oder machst??
  • Mache dir bewusst, warum du stolz auf dich sein kannst & warum du einfach ein toller Mensch bist! Sind es vielleicht die Lachgrübchen? Deine Fähigkeit zu genießen? Deine Leidenschaft für ein bestimmtes Thema? Deine Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern? Finde was – egal wenn nur eine Kleinigkeit ist!

 

P.S. Dir gefällt mein Artikel? Dir gehen ein paar Gedanken durch den Kopf? Hinterlass mir doch ein Kommentar und/oder eine Bewertung!  

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