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#25 – So erkennst du ein ungesundes Essverhalten

Montag, 13 Mai 2019 04:30 Gelesen - 313 mal

 

Es gibt so viele verschiedene Kostformen und Arten, sich zu ernähren. Ich habe Schlagwörter wie „Diät“, „Kostformen“ und „Ernährungsweisen“ gegoogelt um herauszufinden, wie viele es gibt.  Es ist unglaublich, wie viele verschiedene Arten von Diätformen ich gefunden habe, unter anderem auch die Mazdaznan-Ernährung, makrobiotische Ernährung oder anthroposophischeErnährung . Der Unterschied zwischen den einzelnen Kostformen ist dabei oft nur minimal.

Photo by Dan Gold on Unsplash

Wenn du bereits Beiträge von mir gelesen oder gehört hast, wirst du sicherlich meinen Standpunkt in Bezug auf „die richtige Ernährung“ kennen: Wir Menschen sind verschieden und so auch unsere Ernährung. Ich denke nicht, dass es die EINE richtige Ernährung für alle Menschen gibt. Aber wenn die Art und Weise sich zu ernähren so verschieden ist, was an und für sich gut ist, wie kann dann bestimmt werden, ob das eigene Essverhalten „normal“ ist.

Schwierige Frage oder nicht? Wie würdest du sie beantworten? Ab wann ist ein Essverhalten nicht mehr „normal“ oder ungesund?

Ich habe mal den Tipp gelesen: „Nimm dir eine kleine Kuchengabel wenn du isst.“ Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich sehr kritisch gegenüber solchen Aussagen bin. DENN, das ist eine typische Verhaltensweise von essgestörten Menschen. Als ehemalige Mitarbeiterin einer Klinik für Essstörungen zählte diese „Technik“ bei unseren Patientinnen zu den Diätmentaliät-Tools (dazu später noch mehr). Aus meiner Sicht ist es daher kritisch, solche Tipps und Empfehlungen zu geben, andererseits gibt es viele Personen, die sehr hastig essen bzw. ihre Speisen regelrecht verschlingen. Für diese Menschen kann die kleine Gabel durchaus ein gutes Hilfsmittel sein um ihr Esstempo zu verlangsamen.

 

Photo by Eiliv-Sonas Aceron on Unsplash

Neben der Gabel, gibt es noch einige weitere Tools, die auf die „Diätpolizei“ hindeuten wenn man sie aus den falschen Motiven heraus anwendet.

Dazu gehören: 

  • Das Zählen von Kalorien um nicht über eine gewisse Anzahl zu kommen
  • Lebensmittel zu vermeiden, die über einen bestimmten Kcal, Fett oder Kohlenhydrat-Wert hinaus gehen
  • Bewusst Speisen oder Lebensmittel mit dem niedrigsten Kohlenhydratanteil zu wählen
  • Zugeführte Kalorien mittels sportlicher Aktivitäten wieder zu verbrennen
  • Essen zu verweigern wenn der Kaloriengehalt nicht bekannt ist
  • Essen vor dem Verzehr abzuwiegen
  • Sein Gewicht mehrmals pro Woche zu kontrollieren
  • Negative Emotionen/Gefühle nach dem Essen bzw. Schuldgefühle
  • „Selbstbestrafung“ wenn zuviel gegessen wurde
  • Häufiges Lesen von Diätberichten, wiederholtes Sehen von Diätvideos
  • Übermäßiges Trinken von Wasser um das Hungergefühl zu verringern
  • Einnahme von Supplements um Gewicht zu reduzieren (Schlankheitspille, Abnehm-tees)
  • Penibles Führen eines Esstagebuches (ausgenommen sind kranke Personen, die aus gesundheitlichen Gründen ein Esstagebuch führen müssen)

 

Photo by Eiliv-Sonas Aceron on Unsplash 

Nun ist es an der Zeit, dein Essverhalten oder Tools, die DU anwendest, zu überprüfen bzw. zu hinterfragen

VARIANTE A - Du wendest ein Tool an... 

...um dein Esstempo zu reduzieren weil du ein hastiger Esser bist? Weil du dir das Abwiegen des Essens irgendwann angewöhnt hast und nicht mehr weißt warum? Führst du Esstagebuch, um hinter bestimmte Beschwerden wie Blähbauch zu kommen?  Wiegst du dich häufig, um einen Überblick über deinen aktuellen Gewichtsstatus zu haben? Achtest du auf Kohlenhydrate oder Fettgehalt, weil du sie nicht gut verträgst und z.B Durchfall oder einen Blähbauch bekommst? Machst du generell gerne Sport? 

Prima, klingt doch alles ganz normal ABER

  • Was passiert, wenn du keine kleine Gabel zur Hand hast? Würdest du dann nicht essen, verzweifelt oder überfordert sein? 
  • Was ist, wenn du mal keinen Sport machen kannst, hast du dann ein schlechtes Gewissen?
  • Was passiert, wenn du großen Gusto auf Brot hast? Zwingst du dich dann, das Brot nicht zu essen? 

 

 Photo by Fil Mazzarino on Unsplash 

Beantwortest du hier alle Fragen mit nein, nochmal prima. Dann hast du weder einen Leidensdruck, noch scheint dich dein „Tick“ im Alltag zu beeinträchtigen. 

Mein Tipp: Ich lade dich dazu ein die Übung zum Essverhalten (siehe unten) zu machen. Prüfe ob sich bei dir für dich unbewusste Hinweise auf die Diätpolizei finden lassen. 

VARIANTE B - Du wendest ein Tool an:

Betreibst du Sport, um die gegessenen Kalorien zu verbrennen? Führst du Tagebuch um herauszufinden, welche Lebensmittel du von Deinem Speiseplan streichen sollst? Wiegst du dich mehrmals die Woche um dein Gewicht zu kontrollieren? Zählst du Kalorien, um eine gewisse Anzahl nicht zu überschreiten? Isst du von einer kleinen Kuchengabel?

Das klingt ganz nach Diätpolizei. 

  • Was passiert, wenn du keine kleine Gabel zur Hand hast? Würdest du dann nicht essen, verzweifelt und überfordert sein? 
  • Was ist, wenn du mal keinen Sport machen kannst? Hast du dann ein schlechtes Gewissen? 
  • Was passiert, wenn du großen Gusto auf Brot hast? Zwingst du dich dann, das Brot nicht zu essen?

Photo by Kyle Broad on Unsplash


Beantwortest du hier alle Fragen mit ja oder „jein“, dann wirkt sich dies womöglich auf die Gestaltung deines Alltages aus und/oder es steckt ein gewisser Leidensdruck dahinter. Die Kriterien für ungesundes Essverhalten treffen hier komplett oder teilweise zu. Es sieht so aus, als wäre dein Essverhalten nicht mehr ganz so gesund. 

Mein Tipp: Arbeite an deinem Essverhalten und verabschiede dich von der Diätpolizei. Tipps dazu findest du in meinem neuen und völlig kostenlosen E-Book. 

Wende dich jederzeit an einen Klinischen Psychologen oder Psychotherapeuten deines Vertrauens! 

VARIANTE C - Du wendest kein Tool an... 

Prima! Ich lade dich dazu ein die Übung zum Essverhalten unten zu machen. Prüfe ob sich bei dir für dich unbewusste Hinweise auf die Diätpolizei finden lassen. 

 

ÜBERSICHT

 

HIER GEHTS ZUM E-Book.

 

 

Übung zum Essverhalten

Ich lade dich zu einer Übung ein. Für diese Übung solltest du ungestört sein. Am Besten, du machst eine Pause oder du machst die Übung später einfach nach.

 Ich lese dir jetzt ein paar Statements vor. Lass diese auf dich wirken und beantworte sie für dich mit ja oder nein.

  • Ich folge Regeln, die mir sagen, WANN oder WAS ich essen soll
  • Es gibt Lebensmittel denen ich aus dem Weg gehe
  • Ich esse, wenn ich traurig oder verärgert bin, auch wenn ich keinen Hunger habe
  • Ich esse, wenn ich gelangweilt bin, auch wenn ich keinen Hunger habe
  • Ich esse, wenn ich gestresst bin, auch wenn ich keinen Hunger habe
  • Ich kann den Zeitpunkt nicht abschätzen, wann ich angenehm satt oder hungrig bin
  • Ich habe Lebensmittel gegessen, die ich normalerweise vermeide und noch mehr davon, weil es "eh schon egal" war
  • Ich habe gegessen, um mich zu belohnen (z.B Schokolade nach einem anstrengenden Arbeitstag oder ein Dessert nach dem Sport)
  • Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich ungesunde Lebensmittel esse
  • Essanfälle oder Heißhungeranfälle sind mir nicht fremd

Hast du ein paar diese Statements mit ja beantwortet? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du unter den Fittichen der Diätpolizei stehst.

 

Die Diätpolizei redet dir vielleicht Dinge ein wie

  • Wenn ich diese Schokolade esse, werde ich fett
  • Heute abend ist eine Feier. Damit ich dort essen darf, muss ich den ganzen Tag fasten.
  • Gestern habe ich zu viel gegessen, heute darf ich nichts essen

 Meistens sind diese Aussagen der Diätpolizei verzerrt oder schlicht und einfach unrealistisch und falsch.

 Photo by King's Church International on Unsplash

 Versuch dich von den Tools, die du benutzt zu trennen und sag der Diätpolizei den Kampf an.
  • Erstelle eine Liste mit den Tools, die du verwendest und überprüfe, welches davon für dich am Schwierigsten und am Einfachsten wegzulassen ist
  • beginne beim Einfachsten: Wenn es das Wiegen ist, dann wiege dich zum Beispiel nur noch 2 Mal die Woche statt 5 Mal
  • Arbeite dich Step für Step nach vorne

 

Wie du falsche Annahmen entlarven kannst, und was du gegen sie tun kannst, erfährst du in meinem neuen E-Book. Natürlich bekommst du das völlig kostenlos!

Übrigens: Es gibt auch Hinweise auf die Diätpolizei, die sehr viel schwieriger zu erkennen sind und bei scheinbar „gesunden“ Essern auftreten. Auch auf diesen Aspekt gehe ich in meinem neuen E-Book sehr ausführlich ein!

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