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#10 - Intervallfasten – ein Blick hinter die Kulissen *Update*

Mittwoch, 08 August 2018 04:43 Gelesen - 966 mal

 

 

Intervallfasten (also eine Diätmethode bei der man in einem bestimmten Zeitfenster oder an bestimmten Tagen nichts isst) liegt im Moment schwer im Trend. Auf den ersten Blick ist dies eine angenehme Diätmethode. Setzen wir uns die „Ernährungspsychologie-Brille" auf und sehen uns diese Diätform genauer an. Die gängigsten Methoden sind die 5:2 Methode (5 Tage essen, 2 Tage fasten) und die 16/8 Methode (16 Stunden fasten, 8 Stunden essen), weshalb ich mich auf diese Formen beziehe.

 

 

 

Es gibt keine verbotenen Lebensmittel. Das gefällt mir sehr gut!
Warum ich das gut finde, kannst du in dem Blog #5 nachlesen.

 

 

 

Es gibt keine Vorgaben was gegessen werden soll und was nicht.
Man benötigt keine speziellen Rezepte oder Lebensmittel die viel kosten oder die man nur schwer bekommt.
Eine Diät ohne Verzicht - das finde ich top!

 

 

 

Die Fastenphasen lassen sich nach dem eigenen Lebensstil gestalten.
So entscheidet man selbst, wann gefastet wird.
Es gibt somit keinen "one way" der über 1.000 Menschen gestülpt wird. Auch das finde ich gut.

 

 

 

Die Essenspausen führen dazu, dass man ein Hungergefühl entwickelt.
In unserer heutigen Zeit, in der oftmals ohne wirklichen Hunger gegessen wird, sehe ich es als wichtig an, zu lernen wie sich Hunger überhaupt anfühlt.
Darüber hinaus wird der träge Stoffwechsel dabei unterstützt, wieder auf Spur zu kommen.

 

 

 

Der zeitliche Rahmen gibt vor, wann gegessen wird und wann nicht.
Dadurch werden Hunger- und Sättigungssignale übergangen.
Auf diese zu hören ist jedoch eine Grundvoraussetzung für natürliches Essen.
Wie viel Sinn macht es, die Signale, die uns von Natur aus leiten zu übergehen, anstatt wieder zu lernen darauf zu hören?

 

 

 

In der Fastenfaste nichts zu essen stürzt den Körper in ein Tief mit Leistungseinbrüchen.
Gereiztheit oder Ärger sind die Folge. Der Körper schreit nach Energie.
Manch einer gewöhnt sich daran, andere haben ein gesteigertes Verlangen nach Süßigkeiten oder fetten Speisen.

 

 

 

Die Essphasen sind durch eine „Iss was du willst" Mentalität gekennzeichnet.
Das gefällt mir eigentlich sehr gut. Leider wird das oft dazu verwendet „verbotene“ Lebensmittel auf die Speisekarte zu setzen.
Langfristiges Wohlbefinden bzw. das Gewicht langfristig zu halten ist untrennbar damit verbunden sich mit Ernährung zu beschäftigen und schlechte Gewohnheiten umzustellen.

 

 

 

In den Essphasen und an den Fastentagen gilt es, sich an einer gewissen Anzahl an Kalorien zu orientieren um ein Kaloriendefizit zu erreichen.
Kalorienzählen ist aber nicht so schlau wie wir denken und hat mehr negative Auswirkungen als wir meinen.
Statements wie „Am Wochenende gönnen wir uns ausnahmsweise ein Vollkornbrot.“oder
„Während mein Freund eine Putenpfanne gegessen hat, durfte ich kein Putenfleisch dazu essen weil es zu viele kcal hatte.“
verdeutlichen, dass an der falschen Stelle gespart wird und
die Sache mit den Kalorien oftmals falsch gelebt wird.

 

Was bringen die Fastenphasen tatsächlich?

Die meisten Studien zu Essenspausen gibt es vor allem in Zusammenhang mit Intermittierendem Fasten und Essen in einem bestimmten Zeitfenster (z.B. 8 Stunden pro Tag) und hier bei Mäusen. Die Studien bei Mäusen sind relativ gut aufgebaut, was bedeutet, dass die Qualität der Studienergebnisse schon einmal gut ist. Die Ergebnisse selbst zeigen auch unglaublich tolle Ergebnisse! Eine der Studien wurde mit 2 Mäusen durchgeführt.  Die eine Maus durfte den ganzen Tag essen, die andere Maus hatte nur 8 Stunden zum Essen zur Verfügung. Was das Futter betrifft, bekamen beide dasselbe zu essen: Hoch energiereiches Futter. Die Ergebnisse sind faszinierend: Die Maus, die täglich 24 Stunden essen konnte, nahm in der Zeit des Experimentes zu, während die andere Maus ihr Gewicht behielt. Doch nicht nur das: Die arme „24 Stunden Maus“ musste zusätzlich mit erhöhten Bluttfettwerten, erhöhten Entzündungswerten, mehr Bauchfett, Fettleber und Insulinresistenz leben. Das sind die Folgen von langfristig erhöhter Energieaufnahme. Die „8 Stunden Maus“ war gesünder denn je. Experimente wie dieses wurden an vielen Mäusen durchgeführt und die Ergebnisse decken sich fast immer.

 

An Menschen wurden relativ wenig dieser Studien durchgeführt. Erstens ist es bei Menschen nicht ganz so leicht wie bei Mäusen und zweitens kann man Menschen zum Zweck einer Studie ja wohl nicht einsperren. Es gibt daher sehr viele Umstände und Faktoren, die man nicht kontrollieren kann. Somit sind auch die Ergebnisse immer etwas eingeschränkt zu interpretieren. Bei Menschen zeigte sich aber etwas sehr Erstaunliches: Die Ergebnisse waren sehr unterschiedlich und weitaus nicht so eindeutig wie bei Mäusen. Viele der erstaunlichen Effekte des eingeschränkten Essens bei Mäusen zeigten sich bei Menschen nicht oder nur bedingt. Bei Essenspausen ab 10 – 16  Stunden zeigte sich aber, dass sich die Blutfettwerte und Triglyceridwerte  verbesserten oder sich das Gewicht um 1 – 3% verringerte, LDL Werte sanken, HDL stieg, Insulinwerte und Blutzuckerwerte verbesserten sich. Wie oben gesagt, deuten die Ergebnisse auf gute Effekte hin, sind aber lange nicht so aussagekräftig und eindeutig wie bei Mäusen.

Und das Fazit?

Nunja, ich würde sagen, für die Personen, die in einem gewissen Zeitfenster „durchbeißen" wollen und gleichzeitig auf nichts verzichten möchten, für die mag diese Form des Abnehmens ganz gut sein. Für Menschen, die dazu neigen, Diäten mit strikten Vorgaben und „Verboten“ zu machen, die aber auch immer wieder von Essanfällen geplagt werden, für die mag Intervallfasten eine gute Alternative sein um den JOJO Effekt zu vermeiden.

Für mich ist Intervallfasten eher etwas für Fortgeschrittene, für Personen mit einem soliden und guten Wissen um Ernährung und einem guten Körpergefühl, nicht für Laien. Von den wichtigsten Prinzipen des natürlichen/intuitiven Essens werden einige berücksichtigt und andere nicht. Langfristig wird Intervallfasten alleine wohl eher nicht dazu führen, dass man sein Wohlfühlgewicht erreicht oder hält, seinen Körper kennen lernt und auf sich vertrauen kann. Hierzu muss man lernen zu spüren wann man satt ist und welche Nährstoffe oder gerade gebraucht werden. In diesem Fall würde ich raten, diese Komponenten z.B. mithilfe von achtsamen essen zu stärken.

 

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