CF Bloghero

#7 Diäten und die Sache mit dem rosa Elefanten

Montag, 25 Juni 2018 17:55 Gelesen - 354 mal

 

 

Vor kurzen suchte mich eine Dame auf, die von einer Diätologin* zu mir geschickt wurde. Sie war Teilnehmerin in einer Abnehmgruppe und hatte Schwierigkeiten, ihren Heißhunger zu kontrollieren. "Ich habe so einen unglaublichen Gusto auf ganz bestimmte Lebensmittel." sagte sie. "Mein Körper verlangt so sehr danach!" Schnell hatte ich eine Vermutung, was die Ursache ihres Problems ist. Ich fragte sie, welche Lebensmittel es sind, nach denen sie so ein Verlangen hat. Nach Schokolade, Chips und all den anderen guten Dingen, die ich so gerne esse!",  war ihre Antwort. Meine Vermutung war richtig: Meine Klientin hatte sich in der Abnehmgruppe bestimmte Ernährungsregeln angeeignet. Dazu gehörte, dass sie ihr Lieblingsfrühstück (die Marmeladesemmel) gegen ein Vollkornbrot mit Topfen tauschte. Der Nachtisch wurde gegen Obst ausgetauscht, Süßigkeiten waren tabu. All´ die Dinge, die meine Klientin gerne aß, waren fortan tabu. Die Folge: Sie musste ständig an die "verbotenen" Lebensmittel denken.

 

♥ Gut zu wissen: *DiätologInnen sind ausgebildete ErnährungsberaterInnen. Sie haben Diätologie studiert.

 

Beobachte, was geschieht, wenn ich sage: "Denke ja NICHT an einen rosa Elefanten!"

Was passiert?

Ja genau.... :)

 

Dieses Phänomen begegnet uns in verschiedenen Lebensbereichen. Personen, die ihren Zigarettenkonsum reduzieren wollen, denken ständig an das Rauchen. Sündteure Kleidung, die man sich nicht leisten kann, will man unbedingt haben. Limited Editions, also Produkte mit begrenzter Stückzahl, verkaufen sich besonders gut und Angebote auf Hotelsuchmaschinen mit der Markierung "nur noch ein Zimmer Verfügbar" werden schneller gebucht.

 

♥ Gut zu wissen: Zarin Katharina die Große nutzte dieses Phänomen für ihren Zweck. Kartoffeln waren zu dieser Zeit ziemlich verpönt. Gleichzeitig herrschte Lebensmittelknappheit. Ihre Strategie war folgende: Sie ließ Kartoffeläcker einzäunen und Soldaten an den Feldern Wache stehen. Die Bevölkerung begann die wertvollen, verbotenen Kartoffeln zu stehlen, die Attraktivität der Kartoffel als Gemüse stieg drastisch an.  

 

In der Psychologie nennen wir diesen Effekt Reaktanz. Verbotenes und nicht Erreichbares gewinnt an Attraktivität. Dies ist der Grund warum Ziele stets positiv formuliert werden sollen. Schreibt man "Ich esse keine Süßigkeiten mehr." als Ziel auf, wird man ständig ein Verlangen danach haben. Notiert man sich stattdessen "Ich werde täglich eine Portion Obst essen.", ist der Gusto längst nicht so hoch!

 

Fazit: Was du dir also merken kannst ist folgendes: Statt eines Verbotes formuliere deine Vorhaben und Ziele stets positiv!

 

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